| Mühlenbach-Barriere wird beseitigt |
| Geschrieben von Friedrich Beeck | |
| Donnerstag, 6. Mai 2010 | |
Bauarbeiten dauern rund acht WochenHüllhorst (frg/HO). Damit die einen vorankommen, müssen die anderen Wartezeiten oder Umwege in Kauf nehmen. Am Montag, 10. Mai, beginnen am Mühlenbach zwischen Hüllhorst und Büttendorf am Mühlenbach, dort, wo der Mühlenweg den kleinen Wasserlauf überquert, Bauarbeiten.Für die Tiere im Bach wird eine Sohlgleite gebaut; Baufahrzeuge werden im Einsatz sein. Acht Wochen lang sollen die Arbeiten andauern, mit Verkehrsbehinderungen auf dem Mühlenweg und der Buchwiese ist zu rechnen.Fast zwei Meter stürzt der Mühlenbach unterhalb des Straßendurchlasses „Mühlenweg“ in die Tiefe, ein großer und tiefer Kolk hat sich gebildet – für die Bachtiere eine unüberwindbares Hindernis. Diese Barriere muss beseitigt werden. So schreibt es die EU-Wasserrichtlinie vor: Die Durchgängigkeit für die Gewässerorganismen muss gewährleistet sein.So wird der Kolk aufgefüllt und die Bachsohle auf die Höhe des Straßendurchlasses angehoben. Der Sohlabsturz wird dann über eine länger Fließstrecke mittels einer Steinschüttung/Steinpackung abgefangen.Für den Bau der Sohlgleite liegt eine Genehmigungsplanung vor, die die abzuführende Wassermengen, die Hochwassersicherheit des benachbarten Hauses und die Stabilität des Bauwerkes ebenso berücksichtigt wie die Passierbarkeit der Sohlgleite für die Fische und wirbellosen Tiere. Ausgeführt wird diese Maßnahme durch das Gewässerentwicklungsprojekt „Weser-Werre-Else". Im Rahmen dieses Projektes werden in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford Maßnahmen zur naturnäheren Entwicklung der heimischen Fließgewässer umgesetzt. Finanziert wird das Projekt zu 80 Prozent über Zuwendungen des Landes NRW. Der Eigenanteil der Gemeinde Hüllhorst an dem Bau der Sohlgleite am Mühlenweg beträgt 3.000 bis 4.000 Euro und wurde bereits in den Vorjahren durch die Planungskosten erbracht.Bei der Initiierung des Gewässerentwicklungsprojektes spielte auch die Schaffung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für arbeitslose Menschen eine wichtige Rolle. So sind rund 100 Menschen unter fachlicher Anleitung für die naturnahe Entwicklung der heimischen Fließgewässer tätig. Sie stehen zum Teil in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, zum Teil werden sie im Rahmen von Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration beschäftigt.
© 2010 Neue Westfälische Zeitung für den Altkreis Lübbecke, Donnerstag 06. Mai 2010 |
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